Facts Kunststoff

Der Rohstoff Erdöl wird in der Raffinerie durch Destillation in mehrere Fraktionen zerlegt. Dabei wird das Rohöl auf ca. 400 Grad C erhitzt. Im „Fraktionsturm“, der aus vielen Etagen besteht, kondensieren beim Abkühlen in den verschiedenen Etagen die unterschiedlichen Bestandteile des aufsteigenden Ölgases. Man erhält so die Fraktionen: Gas, Rohbenzin, Petroleum und Gasöl. Je kürzer die Fäden dieser Bestandteile, desto flüchtiger bzw. dünnflüssiger ist das Produkt.
Die für die Kunststofferzeugung wichtigste Fraktion ist das Rohbenzin (Naphta). In einem thermischen Spaltprozess, dem sog. Cracken, wird es in Ethylen (Ethen), Propylen (Propen), Buthylen (Buten) und andere Kohlenwasserstoffe auseinander „gebrochen“ und umgebaut.
Auf Grundlage dieser Ausgangsstoffe werden auf künstlichem Wege („synthetisch“) durch die Verknüpfung vieler kleiner Moleküle (Monomere) die großen Makromoleküle (Polymere) der Kunststoffe hergestellt.
Obwohl es eine Vielzahl unterschiedlicher Kunststoffe gibt, beruht ihre Herstellung im Wesentlichen auf drei Grundreaktionen: Polymerisation, Polykondensation und Polyaddition.
Je nachdem, welches Verfahren angewandt wurde und welche Monomere verwendet wurden entstehen verschiedene Arten von Kunststoffen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften:

Thermoplaste

Thermisch verformbare Kunststoffe.
Die Makromoleküle liegen hauptsächlich nebeneinander vor. Bei Erwärmung können die Moleküle aneinander vorbei gleiten und der Gegenstand verformt sich. Beim Abkühlen erhärtet der Kunststoff wieder. Der Grundstoff für die Plastiktüte gehört zu dieser Stoffgruppe: Das Polyethylen.
(Thermoplaste: Polyethylen PE, Polypropen PP, Polystyrol PS, Polyvinylchlorid PVC, Polyamid PA, Polymethacrylat PMMA)

Duroplaste

Hitzebeständige Kunststoffe.
Die Makromoleküle sind hier engmaschig miteinander vernetzt. Zwischen den Molekülen entstehen feste Bindungen, so dass die Moleküle nicht aneinander vorbeigleiten können.
(Duroplaste: Melamin-Formaldehyd-Harz MF, Aminoplaste UF)

Elastomere

Elastische Kunststoffe.
Hier bilden die Makromoleküle dichte „Knäuel“. Beim Dehnen werden die Knäuel auseinander gezogen. Lässt man den Gegenstand los, verknäueln sich die Moleküle erneut.
(Polyurethan PUR, Vulkanisierter Kautschuk, Gummi)

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